Das Feenfest

06. 09. - 08. 09. 2002

(Sternengreifengreifen Orga - Jugendzeltplatz Aub bei Ochsenfurt)

Bericht von Shikeyra

FREITAG:

Die Spiegelscherbesucher:

Kiri-Catpooka, Lefey-Redcap, Balthasar-Nögger, Eberhard-auch Nögger, Tinker-noch ein Nögger, Keyra-Redcap und Rowyn-unsere einzige Sidhe.

Leider konnten wir im Land Travonien, am Rand des Waldes Arden keine Erfolge verbuchen.

Zunächst nahmen wir an, dass ein Fest, das ganz offiziell als "Feenfest" bezeichnet wird, vielleicht eine gute Informationsquelle darstellen könnte.

Wie uns von Einheimischen erzählt wurde, ist das Herrschergeschlecht dort mit den Feen verwandt. Offenbar fließt Feenblut in den Adern einiger Einwohner, auch wenn diese unverkennbar Menschen sind.

Wir erfuhren zudem, dass Anhänger des Gottes Bargan die Grenzen und das nahe Gebirge überschritten haben und nun versuchen das Land beim Arden zu erobern.

Da der Arden zur Zeit des Festes Tan´Shira besonders 'komisch' ist, hatten die Barganisten nicht viel Spaß in dem Wald. Ihre Untotenarmee ist beim ersten Schritt hinein schon zerfallen. Tja, selbst schuld! Von Barganisten hatten wir bereits Gerüchte gehört, allerdings konnten wir mit ihnen nicht viel anfangen.

Schon bei der Anreise konnten wir selbst merken, dass es im Wald 'spukt'. Irgendwelche unsichtbaren, Pixies/Kobolde nervten uns.

Indes wurde im Dorf, nahe des Waldes das Fest vorbereitet. Die Menschen bauten ihr traditionelles Feentor auf und hatten bereits Spanferkel zum grillen erlegt. Barden und Spielleute hatten sich eingefunden und offenbar waren auch viele Gäste gekommen, die nicht aus der Gegend stammten.

Wir fanden es recht amüsant, dieses "Feentor" zu sehen. Nunja, der gute Wille zählt. Es war auch recht amüsant, dass die anwesenden Gäste natürlich auch wegen der Barganistenbedrohung oft völlig in Eisen gerüstet ankamen. Wie macht man einem Krieger klar, dass Feen dieses vermaledeite Metall nicht leiden können? Wohl gar nicht.

Menschen!

Zuerst waren wir auch etwas verärgert. Nungut, wir gehörten ja nicht zu den Verwandten des ansässigen Barones Bertrand von Ridenow Hohen Bogen Arden , aber immerhin, hätte er uns ja eine Audienz gewähren können, wo wir schon mal gekommen sind... immerhin sind seit Jahren keine Feen mehr zu deren Fest gekommen.

Da wir also den Fürst nicht kennenlernen konnten, trauten wir vorsichtshalber erst einmal niemand. Allerdings war dessen Haushofmeister Major Domus Caldric ganz in Ordnung. Zumindest freundlich, das muss man ihm lassen.

Wir beschlossen vorerst einmal harmlos, lieb und nett zu tun und dem Bild, das man im Allgemeinen von Feen hat zu entsprechen und bauten unser Lager einfach dazu. Das Lager war im übrigen recht nett und gut aufgebaut und vor allem groß, so groß, dass es leider auch den perfekten Angriffsplatz für Barganisten darstellte. Immerhin hatten die Ardener dafür gesorgt, dass wir nicht alle in den Wald mussten um Geschäfte großer und kleiner Natur zu erledigen - sie hatten da extra Hütten - und da sie scheinbar recht wohlhabend sind, war sogar das Papier weich und reichlich!

Ein wenig seltsam sind die Menschen schon, aber es machte uns nichts aus, von einigen komischen Barbaren als 'Elfen' beschimpft zu werden. Oder gar als Kobolde.

Am selben Abend wurden wir dann auch gleich noch von verrückten Baumwesen angegriffen. Es ist uns auch noch nie passiert, dass uns Bäume angegriffen hätten. Mit sich reden ließen sie nicht und unsere Analyse ergab, dass irgendeine böse Macht sie beherrscht. Leider konnten wir nicht mehr erfahren. Dafür haben sie uns ziemlich heftig verprügelt und für den Abend hatten wir dann erst mal andere Sorgen. Die Heilung hat uns recht viel Zeit gekostet. Holzwaffen sind zwar für uns wesentlich weniger schlimm als Schwerter, aber gebrochene Knochen können echt richtig ekelhaft sein und davon hatten wir reichlich!

Zum Glück gab's auch ne Kräuterfrau.

SAMSTAG:

Am nächsten Morgen haben wir dann Fenkaja kennengelernt. Der Kerl sah aus wie ein Magier. War tatsächlich aber einer von uns. Angeblich Abgesandter des Winterprinzen.

Das hätte uns beinahe die Schuhe ausgezogen. Der Winterprinz persönlich hatte hier seine geheimen Spione! Also musste es hier wahrlich noch richtig wichtige Angelegenheiten geben. Wir Blindfische hätten den Mann eigentlich erkennen müssen, die schwarze Rose die er bei sich trug, war ja eigentlich nicht zu übersehen, aber nunja... er sah so sehr wie ein Mensch aus. Wie wir erfuhren, aus dem Grund weil er den Körper eines Barganisten Magiers übernommen hatte, um in dieser Welt nicht aufzufallen.

Ein guter Tarnzauber verschleierte außerdem seine magische Aura und auch die der Spiegelscherben, die er bei sich trug.

Wir waren gut erstaunt zu hören, dass wir an einem "Spiel" teilnehmen sollten. Als Lohn sollten wir die Scherben erhalten. Natürlich war uns sofort klar, dass der Winterprinz des Hauses Arden hier kein lustiges Spielchen vorhat... Spiele der Unselie und der Finsteren Feen sind niemals witzig.

Natürlich haben wir aus ihm herausgekitzelt um was es bei dem Spiel gehen soll. In unserem Verhör hat er sich sogleich verplappert: er hatte vor die Krone der Sommerkönigin Nikiya zu klauen. Das wollte er zwar nicht herausrücken, aber es hat noch nie jemand geschafft unserem Verhör standzuhalten.

Na herrlich! Die hatten wirklich nichts blöderes zu tun! Uns war also klar, welche Feen hier an dem Abend dann zu Besuch kommen würden und wir wussten jetzt natürlich auch, DASS Feen kommen würden. Nur fragten wir uns, ob es denn tatsächlich vernünftig wäre sich hier einzumischen. Immerhin ging es ja um eine uralte Streitigkeit der Holden... seit Jahrtausenden versuchen doch die beiden Parteien immer die jeweils andere zu übertrumpfen und bei einigen Höfen ist es beinahe bis zu einem Kleinkrieg ausgeartet. Da wollten wir lieber nicht mithineingezogen werden.

Da es bis zum Beginn des Festes noch lange hin war, haben wir uns mal die nähere Umgebung angesehen. Gleich beim Festplatz, kaum 500m im Wald, waren zwei Bäume. Ich war mir fast sicher, dass dort ein weiteres Feentor sein musste, allerdings konnte ich selbst, als ich mit dem Baum 'redete' nichts derartiges bestätigt bekommen. Der zweite Pfeiler war zudem stumm und trug ein seltsames Gesicht auf der Borke. Eine ähnliche Magie, wie die in den Baumwesen war dort zu spüren.

Allerdings bin ich auch kein Spezialist, was Botanik anbelangt und um die Belange irgendwelcher Bäume wollte ich mich dann auch nicht kümmern.

Auf einer Burgruine in der Nähe hatten wir denn einige weitere Informationen einholen können. Offenbar gehörten zu dem Land auch zwei Göttinnen. Ihr privater Kleinkrieg war zwar für uns nicht von Belang, doch merkten wir schnell, dass es für die Menschen recht wichtig war, bestimmte Artefakte zu bekommen um das Gleichgewicht zwischen den beiden Streithennen wiederherzustellen.

Nachdem wir recht zufällig an einige Informationen über die Artefakte gekommen waren (ich musste mit irgendeinem Toten reden, der nicht ordentlich tot war. Offenbar sterben Menschen häufig nicht vernünftig sondern belästigen ihre Mitmenschen noch länger - wer hätte schon mal von einem Feengeist gehört?), gaben wir diese erstmal den Menschen. Dann begingen wir einen fatalen Fehler:

Wir hatten selbst ein Artefakt entdeckt und überlegten es näher zu untersuchen. Bei der magischen Analyse machte ich den Fehler mich nicht zuerst abzusichern, wieviel Magie das Ding enthielt. Prompt wäre ich beinahe gegrillt worden. Ich kann von Glück reden, dass Kiri so ein verdammt guter Heiler ist und ich die Scherbe hatte.

(Natürlich habe ich beim Streichholziehen, wer denn das Ding untersucht, das Kürzere gezogen. Wie das nur wieder passieren konnte?)

Da kurz zuvor auch noch diese Barganisten angegriffen hatten, war ich zudem noch verletzt worden und eigentlich sowieso schon geschwächt. Es ist immer wieder ziemlich eklig gegen Menschen oder Orks anzutreten deren Waffen aus Eisen sind.

Unsere Nögger konnten es nicht lassen und haben eine Balista gebaut mit des sie auch 'fast', wie sie sagten, einen der 'Bösen' getroffen hätten, BRAVO!

Natürlich haben diese Störnfriede von Baragnisten die Artefakte aus dem Lager geklaut... natürlich alle bis auf unseres, das hatten wir ja gut versteckt.

Leider waren wir so dumm und haben es nach unserer magischen Untersuchung dem Baron überlassen, hätten wir es fortgeschafft, hätten diese Barganisten es wohl nicht so leicht gehabt, das Ritual das war am Sonntag durchzuführen, bei dessen Einsatz der Artefakte ihre Untoten nicht mehr im Arden zerfallen. Dass das Artefakt recht mächtig ist, hatte ich ja schmerzlich erfahren, dass es aber zudem auch zu den anderen Artefakten magisch zurückkehrt, wenn nur genug (über die Hälfte der 11 Stück) zusammen sind, war natürlich ein ziemliches Pech. Aus der Anderwelt hätte es wohl nicht so einfach zurückkehren können. (Mein Vorschlag, es dorthin zu bringen, wurde leider nicht angenommen vom Rest der Gruppe.)

So hatten die Barganisten also am Ende was sie wollten und mussten zusammen mit der bösen Schwester aufgehalten werden. Ob die Leute das geschafft haben, weiß ich allerdings nicht. [Das war auch noch Plot am Sonntag]

Die Gründe dafür sind vielmehr darin zu sehen, dass am Abend des Festmahles Samstag nicht nur die Sommerkönigin auftauchte - übrigens mit einem komischen Haufen als Gefolge. Auch diesen Feen trauten wir nicht über den Weg, obwohl sie durchaus freundlich waren, wenn auch etwas hinterwäldlerisch. Sie hatten keine Ahnung vom Haus unserer Lady und deren Errungenschaften - etwa dem Stahl - ein Stahlschwert ohne dieses eklige kaltgeschmiedete Eisen, hatten die noch nie gesehen. Nunja, der Arden ist weit weg von Arkadien. Man kann nicht erwarten, dass sie alles wissen, was in der Heimat vorgeht.

Auch sonst war die Beziehung etwas unterkühlt. Und wir hatten auch recht damit. Beim Festmahl am Abend tauchte wie erwartet der Winterprinz auf... so ein Zufall, es war der getarnte "Magier" selbst.

Plötzlich waren alle Festtagsgäste wie versteinert und nur die mit dem Feenblut waren noch fähig sich zu bewegen.

Na herrlich! Und der Kerl bedrohte den Baron, entführte ihn (damit er nicht verfolgt wird) und schlimmer noch: wir merkten, dass er auch noch Barganisten im Wald hatte. Wie unehrenhaft! Er ließ sich also von der Sommerkönigin die Krone aushändigen und haute ab. Ein überaus feiges Vorgehen, wie wir fanden. Nungut, er hatte nicht die erwartete Hilfe von uns bekommen, aber wir haben ihn auch nicht verraten. Vielmehr haben wir versucht uns aus deren Streitigkeiten herauszuhalten. Niemand von uns war so dumm, sich mit den Holden anzulegen.

Natürlich verfolgten wir die Flüchtigen auch (nicht etwa wegen der Krone oder dem entführten Baron, sondern wegen der Spiegelscherben). Die Wachen des Barones, in deren Adern Feenblut floss und einige andere Leute, für die das auch zutraf, folgten uns natürlich. Nur um auf magische Barrieren, Baummonster und zudem auch noch Barganisten zu treffen. Keine Chance den Kerl einzuholen. Er ist doch durch das Baumportal geflohen... das von dem ich angenommen hatte es sei keines, weil der Baum (besser gesagt, der zweite Baum daneben, der nicht stumm war) es offenbar selbst nicht gewusst hatte.

Dafür kehrte der eingeschlossene Magier der Barganisten aus dem Baum zurück. Der war es auch gewesen, der von dort drinnen das Portal offengehalten hatte und der diese Baummonster gelenkt hatte. Leider scheint meine Magieanalyse nicht richtig funktioniert zu haben, denn soviel ich herausbekommen hatte, war die Magie in dem Baum nicht wirklich die Gleiche, wie in den Baummonstern, die immer das Lager angriffen. Allerdings hätte ich es doch merken müssen, dass dort drinnen die gleiche Magieströmung ist. Sie fühlte sich nur 'ähnlich' an, aber tja... vielleicht war diese ganze Mission von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Ich möchte hiermit anmerken, dass Fenkaja im Dienste des Winterprinzen zu Arden Malinor im Besitz dreier Spiegelscherben ist und er nach seiner Flucht wohl wieder in Arkadien weilt, oder zumindest im Arden der einige Zugänge nach Arkadien haben muss. (Ich empfehle jemand Mächtigen zu schicken, der sich dieses Kerls annimmt - dessen Magiefähigkeiten sind wahrlich enorm gewesen.)

Als wir später zurückkehrten, war leider das Festmahl schon beinahe kalt. Immerhin aber reichlich und lecker, wie wir noch hörten. Ja über die Verpflegung gab es wirklich nichts zu meckern. Man hätte denken können, dass die Ardener einen mästen wollten. Komischerweise schien die Sommerkönigin sich gar nichts aus der verlorenen Krone zu machen und feierte mit.

Offenbar ist der Verlust der Krone für sie nicht so wichtig. Genauso wie auch niemand sonst vom Essen aufstand und im Wald half die Verletzten zu versorgen, die dort noch herumlagen, weil die Baumwesen uns ja noch hatten aufhalten wollen. Auch war offenbar die Entführung des Barons kein großes Thema, vielleicht ist er tatsächlich zurückgekehrt, nachdem der Winterprinz erfolgreich entkommen ist.

Sonderbare Sitten: bei uns zu Hause wäre es einem Staatsstreich (wahlweise in der Farbe blau, wie Balthasar anmerken würde) gleichgekommen, hier hielten sie es für ein Spiel. Hätten wir gewusst, dass sie tatsächlich nur spielen, hätten wir mitgespielt, so aber waren wir auf Grund unseres Auftrages gezwungen uns herauszuhalten und können für dieses Mal keine Scherben vorweisen.

Da es uns komisch vorkam, dass die Sommerkönigin einfach weiterfeierte, als sei nichts gewesen und wir den Winterprinzen nicht mehr einholen konnten (das Portal hatte sich hinter ihm geschlossen und blieb verschwunden und wir konnten auch sonst keine Möglichkeit finden ihm zu folgen) ohne SL ein bißchen schwierig, und da zudem die Barganisten die Artefakte erobert hatten und wir unseres ja dem Baron überlassen hatten, beschlossen wir das Festmahl sausen zu lassen und uns davonzumachen. Nach Feiern war uns nicht zumute, da wir jeder Zeit damit rechnen mussten, dass die Barganisten wieder angriffen, oder das Ritual durchführen wollten.

Die Sommerkönigin hatte ihre Krone verloren, der Fenkaja hatte uns gehörig verarscht und es nicht einmal für nötig befunden uns die Scherben zu geben... immerhin haben wir ihn nicht verraten, was er plante. So oder so, die Stimmung war trotz aller Anstrengung der anwesenden Spielleute nicht mehr besonders und wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass die Menschen es sonderlich angenehm gefunden hatten, dass irgendwelche Feen ihre privaten Kleinkrieg auf dem Fest austragen und alle Menschen verzaubern. Wir befanden es also für besser unsere Sachen zu packen. Die Geschehnisse am Sonntag konnten wir teilweise nur noch heimlich verfolgen, haben uns aber nicht mehr gezeigt. Soviel uns bekannt ist konnte man noch gegen die Widersacherin der Schutzgöttin des Arden (Zaphira) vorgehen und auch dem feindlichen Heer beikommen. Allerdings gehen uns diese Streitigkeiten nichts an, so dass wir auch dort keine Nachforschungen mehr anstellten. Die Artefakte der beiden Göttinen enthielten keine Scherben.